Planwagen

Planwagenkorso

Mit dem Planwagen auf den Spuren der Vorfahren.

Was ist heute spektakulär?

Eine Reise zum Mond, 1000 Bäume pflanzen, mit dem Fahrrad um die Welt reisen oder an einem Hochhaus an der Außenwand aufs Dach klettern? – Sicherlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, um auf sich aufmerksam zu machen. Wir Friedrichswalder wollen Aufmerksamkeit wecken. Bundesweit, auf historischer Grundlage, mit viel Elan und ein klein wenig Abenteuergeist.

Die Gründer unseres Ortes, 30 Familien vorwiegend aus der Pfalz und Hessen, fassten vor 250 Jahren den mutigen Entschluss, einen Neubeginn im unberührten Raum der Schorfheide zu wagen. Dem Aufruf Friedrichs des Großen folgend, packten sie ihr Hab und Gut auf Handwagen, Schubkarren oder Ochsengespannen und zogen mit Hoffnung im Blick und Mut im Herzen quer durch Deutschland in ihre neue Heimat. Ein beschwerlicher Marsch, der alles von unseren Vorfahren abverlangte. Sie haben es geschafft. Hut ab vor dieser Leistung unter den Bedingungen der damaligen Zeit.

Mit der Nachgestaltung dieses Marsches durch ein Planwagenkorso wollte die heutige Generation Friedrichswalder Bürger an die Leistung ihrer Vorfahren erinnern.

Vier Wochen durch sechs Bundesländer, 760 km mit zwei Pferdewagen sollten Aufmerksamkeit wecken und die Achtung vor zurückliegenden Generationen neu beleben.

Am 9. Juli 1998 wurde der Planwagenkorso in der Gemeinde Esselborn, eine der Ursprungsgemeinden unserer Vorfahren in Rheinland – Pfalz, gestartet. Er führte uns durch ca. 135 Ortschaften, dabei u. a. durch die Städte Mainz, Magdeburg, Potsdam und die Bundeshauptstadt Berlin.

Wie damals vor 250 Jahren haben sich auch mutige Bürger auf den Weg gemacht. An der Spitze der Abordnung standen der Bürgermeister von Friedrichswalde, Bernhard Ströbele und der Pfarrer der Kirchengemeinde, Ralf Schwieger. Die zwei Planwagen boten für insgesamt 30 Personen Platz und viele Bürger in den Durchfahrtsortschaften nutzten die Möglichkeit, uns auf dem Weg nach Brandenburg zu begleiten. Täglich wurde eine Wegstrecke von 30 Kilometern zurückgelegt. In einigen Orten waren längere Aufenthalte geplant, die auch den Pferden als Ruhetage dienen sollen.

Während dieser Aufenthalte fanden die verschiedensten Treffen und Begegnungen statt. Gespräche mit Bürgermeistern und Abgeordneten, Zusammenkünfte mit Vereinen und Verbänden, Besichtigungen von Sehenswürdigkeiten und Unternehmen. Wir wollten diese Begegnungen zum gegenseitigen Kennenlernen und zur Vorstellung unserer Gemeinde nutzen. Wir wollten über Land und Leute berichten und über das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin informieren.

Diese Aktion galt in erster Linie als Werbung für unsere Region. Das Spektakuläre war, dass wir nicht nur reden, sondern gezeigt haben, wozu eine kleine Gemeinde in Brandenburg fähig ist.